diax’s rechen

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die verbindung eines namens griechischen ursprungs mit einem gartengerät liegt nicht unbedingt nahe. dennoch gibt es einen zusammenhang. die grundlage bildet, wie so oft, die literatur.

2008 erschien im william morrov and company verlag der roman “anathem” des autors neal stephenson, der so erfolgreich wurde, dass er 2009 den locus award für den besten science-fiction-roman des jahres erhielt. hier ein kurzer plot aus der wikipedia:

anathem spielt auf dem planeten arbre, wo der protagonist erasmas in einer klosterähnlichen gemeinschaft von naturwissenschaftlern, philosophen und mathematikern lebt, die ausgewählt werden, um die welt vor einer bevorstehenden katastrophe zu retten. erasmas (kurz: raz) hat den größten teil seines lebens in einer 3.400 jahre alten gemeinschaft gelebt. der rest der gesellschaft, die so genannte säkulare welt, beschreibt stephenson als “endless landscape of casinos and megastores that is plagued by recurring cycles of booms and busts, dark ages and renaissances, world wars and climate change.” der planet arbre hat eine geschichte und kultur, die ungefähr der der erde entspricht, wobei stephenson dies jedoch durch zahlreiche wortneuschöpfungen und dedeutungsverfremdungen verschleiert.

desweiteren ist in der wikipedia zu lesen, dass

zahlreiche figuren des romans entsprechungen [sind] von personen aus der geschichte der philosophie, mathematik und naturwissenschaften, zum beispiel thelenes (sokrates) oder protas (platon). auch gesetze wie gardan’s steelyard (ockhams rasiermesser) haben ihre irdischen entsprechungen. wie auch frühere romane stephensons, ist anathem von wissenschaftlichen ideen und theorien beeinflusst, unter anderem findet man zahlreiche verweise auf die quantenmechanik, insbesondere die viele-welten-interpretation, die de-broglie-bohm-theorie, den phasenraum oder die hamiltonsche mechanik.

in diesem roman nun treibt ein protagonist namens diax einige numerologen mit einem rechen aus dem tempel von orithena. in der geschichte ruft er den pseudogelehrten rechenschwingend hinterher:

never believe a thing just because you want it to be true

im kern dieses simplen satzes liegt die stetige suche nach der wahrheit, nach den grundlegendem in den dingen. damit dürfte diax’s rake ein durchaus passender leitsatz für die forschung sein. zum anderen könnte er durchaus als leitsatz im umgang mit den medien in unserer demokratie dienen, um solche effekte wie bspw. bestätigungsfehler zu vermeiden.

2 Gedanken zu “diax’s rechen

  1. Unabhängig von der guten Zusammenführung der verschiedenen Themenbereiche, danke für den buchtipp! Allerdings habe ich Stephenson’s Quicksilver als unendlich öde empfunden. Mal sehen…

  2. Immer gern!

    Quicksilver hab ich ausgelassen. Auch Anathem streckt sich stellenweise etwas, das hält sich aber in Grenzen. Irre, was Stephenson an Verlinkungen herauskitzelt. Lohnt also, besonders auf langen Zugfahrten.

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