from gravity to rilke and back again…

gravitation, eine der vier grundlegenden (bisher bekannten) wechselwirkungen im universum (wenn auch die mit großem Abstand leichteste), beschreibt im grunde die anziehungskraft von massen untereinander. sie regte jedoch auch schon immer die phantasie von menschen an, großteils jene von schriftstellern.

scheibenwelt-autor terry pratchett schrieb in seinem roman “small gods” bereits:

gravity is a habit that is hard to shake off.

auch rené karl wilhelm johann josef maria rilke, kurz rainer-maria rilke, einer der bedeutendsten lyriker der deutschen sprache, widmete sich der gravitation in seinem dichterischem werk “das stundenbuch” (II, 16):

how surely gravity’s law,
strong as an ocean current,
takes hold of even the strongest thing
and pulls it toward the heart of the world.

each thing –
each stone, blossom, child –
is held in place.
only we, in our arrogance,
push out beyond what we belong to
for some empty freedom.

if we surrendered
to earth’s intelligence
we could rise up rooted, like trees.

instead we entangle ourselves
in knots of our own making
and struggle, lonely and confused.

so, like children, we begin again
to learn from the things,
because they are in god’s heart;
they have never left him.

this is what the things can teach us:
to fall,
patiently to trust our heaviness.
even a bird has to do that
before he can fly.

gemäss der newtonschen gravitationstheorie erzeugt jede (schwere) masse ein gravitationsfeld. in der allgemeinen relativitätstheorie geht man davon aus, dass zudem auch jede andere energieform ein solches gravitationsfeld erzeugt:

in der allgemeinen relativitätstheorie werden raum und zeit als einheit durch eine vierdimensionale pseudo-riemannsche mannigfaltigkeit beschrieben, die als raumzeit bezeichnet wird. die raumzeit wird lokal durch die anwesenheit von energie (= masse) gekrümmt. ein gegenstand, der nur dem einfluss der gravitation folgt, bewegt sich zwischen zwei raumzeitpunkten (ereignissen) stets entlang der kürzesten verbindung, gemessen mit der vierdimensionalen minkowski-metrik. dort wo die raumzeit flach ist, ist dies eine gerade. auf einer gekrümmten mannigfaltigkeit spricht man allgemein von einer geodäte. die gravitation lässt sich auf diese weise auf ein geometrisches phänomen zurückführen, für dessen erklärung keine besondere kraft mehr herangezogen werden muss….

die vierdimensionale raumzeit wird oft durch die zweidimensionale oberfläche eines dehnbaren tuches veranschaulicht. entgegen einer häufigen darstellung denke man sich dieses tuch besser in der schwerelosigkeit und frei von anderen kräften. eine massen- bzw. energieansammlung entspricht dann einer ausbeulung des tuches. alles, was sich auf der tuchoberfläche so „geradlinig wie möglich” nach art einer geodäte bewegt, würde sich innerhalb einer delle notwendig auf einer gekrümmten bahn bewegen….

vor diesem theoretischen hintergrund lässt sich dann auch die funktionalität des browsergames graviton, das sam gynn für den “18th ludum dare” wettbewerb programmierte. zu dem spiel gibt’s eigentlich nicht weiter viel zu sagen. hier eine kurze anleitung:

you move your cursor with the mouse, and points are scored by getting the enemies that chase after you to collide with each other.

a multiplier bonus is awarded for getting circles of the same colour to collide, although you won’t be concentrating too much on it when the screen is filled with enemies of all sizes and colours. there’s also no way to turn off the annoying music at the moment, and though the developer had spent an entire day playtesting graviton, the game still has a tendency to crash both my ie and firefox browser windows when the score goes past 2000 points.

und jetzt: viel spass!!!!