Schwarmintelligenz, spielerisch

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schwarmintelligenz, oder auch kollektive intelligenz ist sicher eines der zu buzzwörtern verkommenen konstrukte, die im hype um das mitmachweb und dessen kulturelle und wirtschaftliche veränderungspotenziale immer mal wieder auftauchen.

bei den netzpiloten bin ich auf das kleine spiel swarmation gestossen, welches es einem erlaubt das konstrukt schwarmintelligenz auszuprobieren.

screenshot http://www.swarmation.com

es funktioniert ganz einfach: tue dich mit anderen pixeln zusammen um die vorgegeben formen zu erreichen und kassiere dafür punkte. viel spass damit!

from gravity to rilke and back again…

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gravitation, eine der vier grundlegenden (bisher bekannten) wechselwirkungen im universum (wenn auch die mit großem Abstand leichteste), beschreibt im grunde die anziehungskraft von massen untereinander. sie regte jedoch auch schon immer die phantasie von menschen an, großteils jene von schriftstellern.

scheibenwelt-autor terry pratchett schrieb in seinem roman “small gods” bereits:

gravity is a habit that is hard to shake off.

auch rené karl wilhelm johann josef maria rilke, kurz rainer-maria rilke, einer der bedeutendsten lyriker der deutschen sprache, widmete sich der gravitation in seinem dichterischem werk “das stundenbuch” (II, 16):

how surely gravity’s law,
strong as an ocean current,
takes hold of even the strongest thing
and pulls it toward the heart of the world.

each thing -
each stone, blossom, child -
is held in place.
only we, in our arrogance,
push out beyond what we belong to
for some empty freedom.

if we surrendered
to earth’s intelligence
we could rise up rooted, like trees.

instead we entangle ourselves
in knots of our own making
and struggle, lonely and confused.

so, like children, we begin again
to learn from the things,
because they are in god’s heart;
they have never left him.

this is what the things can teach us:
to fall,
patiently to trust our heaviness.
even a bird has to do that
before he can fly.

gemäss der newtonschen gravitationstheorie erzeugt jede (schwere) masse ein gravitationsfeld. in der allgemeinen relativitätstheorie geht man davon aus, dass zudem auch jede andere energieform ein solches gravitationsfeld erzeugt:

in der allgemeinen relativitätstheorie werden raum und zeit als einheit durch eine vierdimensionale pseudo-riemannsche mannigfaltigkeit beschrieben, die als raumzeit bezeichnet wird. die raumzeit wird lokal durch die anwesenheit von energie (= masse) gekrümmt. ein gegenstand, der nur dem einfluss der gravitation folgt, bewegt sich zwischen zwei raumzeitpunkten (ereignissen) stets entlang der kürzesten verbindung, gemessen mit der vierdimensionalen minkowski-metrik. dort wo die raumzeit flach ist, ist dies eine gerade. auf einer gekrümmten mannigfaltigkeit spricht man allgemein von einer geodäte. die gravitation lässt sich auf diese weise auf ein geometrisches phänomen zurückführen, für dessen erklärung keine besondere kraft mehr herangezogen werden muss….

die vierdimensionale raumzeit wird oft durch die zweidimensionale oberfläche eines dehnbaren tuches veranschaulicht. entgegen einer häufigen darstellung denke man sich dieses tuch besser in der schwerelosigkeit und frei von anderen kräften. eine massen- bzw. energieansammlung entspricht dann einer ausbeulung des tuches. alles, was sich auf der tuchoberfläche so „geradlinig wie möglich” nach art einer geodäte bewegt, würde sich innerhalb einer delle notwendig auf einer gekrümmten bahn bewegen….

vor diesem theoretischen hintergrund lässt sich dann auch die funktionalität des browsergames graviton, das sam gynn für den “18th ludum dare” wettbewerb programmierte. zu dem spiel gibt’s eigentlich nicht weiter viel zu sagen. hier eine kurze anleitung:

you move your cursor with the mouse, and points are scored by getting the enemies that chase after you to collide with each other.

a multiplier bonus is awarded for getting circles of the same colour to collide, although you won’t be concentrating too much on it when the screen is filled with enemies of all sizes and colours. there’s also no way to turn off the annoying music at the moment, and though the developer had spent an entire day playtesting graviton, the game still has a tendency to crash both my ie and firefox browser windows when the score goes past 2000 points.

und jetzt: viel spass!!!!

spieltrieb

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ich bin weder physiker, noch informatiker, chemiker, mathematiker, astronom, literat oder künstler. ich bin noch nicht einmal überdurchschnittlich kreativ oder intelligent. dennoch macht es mir immensen spass mich im rahmen meiner recht begrenzten fähigkeiten mit verschiedensten themen aus all diesen gebieten auseinander zu setzen. dabei geht es mir vornehmlich um das verstehen, das hinterfragen, aber auch um das fortführen in den eigenen gedanken.

tatsächlich nehme ich an, dass der spieltrieb eine der grundlegenden kräfte nicht nur in den klassischen kreativberufen ist, sondern vor allem auch in der wissenschaft. mal vom spass abgesehen, den man einfach haben muss um sich einem bestimmten thema monate- oder gar jahrelang zu verschreiben, sollte man einen gesunden spieltrieb mitbringen um probleme immer wieder so lange herumzudrehen bis sie einem einen ansatzpunkt für eine lösung bieten. ich merke es bei mir persönlich immer wieder, dass mir eine gehörige portion spieltrieb innewohnt die mich permanent dazu animiert mich mit den unterschiedlichsten (manchmal auch entfernten) dingen zu beschäftigen. in der tat würde ich mich mittlerweile zu einem nicht unbedeutenden teil als nerd bezeichnen. was liegt also näher, als sich einmal genauer mit dem spieltrieb zu beschäftigen.

in der annäherung an das thema lässt sich zunächst einmal feststellen, dass spielen so ziemlich zu den ältesten kulturtechniken gehört die wir kennen. freilich haben wir das spielen nicht erfunden, diverse tierarten beherrschen es (oder ähnliche aktivitäten). bevor wir uns aber zur komplexen, sprechenden, schreibenden, lesenden lebensform entwickelten, bildeten wir uns zum homo ludens heraus, dem spielenden menschen. dieses erklärungsmodell des menschen konstatiert, dass der mensch seine fähigkeiten über das spiel entwickelt hat. genauer gesagt, entdeckt der mensch seine eigenen eigenschaften und fähigkeiten durch das permanente und uneingeschränkte erweitern seiner handlungen nach dem trial and error prinzip. die voraussetzung für diese erweiterung und ausnutzung des handlungsspielraumes ist die fähigkeit des denkens und rekombinierens von gelerntem bzw. die permanente einordnung von erlerntem in neue kontexte. obwohl übrigens das konzept des homo ludens letztlich durch johan huizinga bekannt wurde, geht es doch schon auf friedrich schiller zurück der ganz vortrefflich formulierte:

der mensch spielt nur, wo er in der vollen bedeutung des worts mensch ist, und er ist nur da ganz mensch, wo er spielt.

johan huizinga fasst den spielbegriff allerdings etwas weiter (und provoziert dadurch bewusst), indem er viele der kulturellen leistungen des menschen (tanz, musik und literatur, religion, rechtssystem, kriegsführung) aus dem kämpferischen wettstreit herleitet. wie dem auch sei, das spielen ist ein prinzip, was bereits sehr früh auch bewusst z.b. als vermittlungstechnik anwendung fand, wie gilbert highet in the art of teaching (s. 194) feststellt:

the best renaissance teachers, instead of beating their pupils, spurred them on by a number of appeals to the play-principle. they made games out of the chore of learning difficult subjects—montaigne’s father, for instance, started him in greek by writing the letters and the easiest words on playing cards and inventing a game to play with them.

für mich persönlich liegen im spiel einige faktoren die sich für mein eigenes denken für unabdingbar erwiesen haben. aus der verbindung von neugier, interesse, abstraktion, motivation (belohnung, oftmals durch erkenntnis in irgendeiner form), herausforderung, analyse, improvisation, beurteilung, konzentration, geduld, rückschlag und erfolg erwächst eine durchaus treibende kraft.  und ich denke es dürfte nicht nur mir so gehen, wie ich immer wieder beispielsweise bei forschern, hackern, nerds, und “baustlern” feststellen kann.

irgendwann wird es sicher auch einmal zeit sich an dieser stelle mit eben jenen gruppen im einzelnen zu beschäftigen. dazu jedoch später mehr.

let’s play.